Perspektivenwechsel

125 Jahre nach der Firmengründung des Gummersbacher Traditionsunternehmens Steinmüller kommt mit dem neuen Besitzer Babcock 1999 das Aus für das industrielle Herz der Stadt. Untergangsstimmung prägte zu Beginn des Jahrtausends die überwiegenden Einschätzungen, mit denen das Steinmüllergelände im Herzen der Innenstadt Gummersbachs betrachtet wurde. Zukunftsangst und Perspektivlosigkeit machten sich breit.

Über zehn Jahre Stadtumbau auf dem Steinmüllergelände, dem Ackermann-Areal und der Innenstadt haben das Erscheinungsbild und das Image der Kreisstadt mittlerweile nachhaltig positiv verändert. Vom Mühlstein um den Hals der Stadtentwicklung hin zum Synonym für erfolgreichen Strukturwandel im Oberbergischen.
Insbesondere das erfolgreiche Verweben von Planung und Kommunikation hat zu einem tiefgreifenden Perspektivenwechsel in der Wahrnehmung der gesamten Innenstadt geführt. Doch Pläne und Kommunikation alleine genügen nicht, sie bilden nur die Basis für eine erfolgreiche Projektentwicklung.
Sichtbare Veränderungen wie der Abriss maroder Hallensubstanz, die Erstellung robuster öffentlicher Infrastrukturen und die Schaffung attraktiver innerstädtischer Freiräume unterstreichen die Verlässlichkeit der gezeigten Pläne und Bilder. Aus Utopie wird gebaute Realität. Grundgedanke der Projektentwicklung war und ist immer, dass den öffentlichen Investitionen privates Kapital nachfolgen muss. Nach der erfolgreichen Ansiedlung der ersten wegweisenden Pioniere wie der FH Köln, Campus Gummersbach, der Firmenzentrale der ABLE GROUP, des Regionalforstamtes und der Pflegeakademie des Oberbergischen Kreises stehen ab diesem Sommer weitere wichtige Projekte kurz vor ihrem Baubeginn.
Insbesondere die Projektierung der Neubauten eines innerstädtischen Einkaufszentrums (EKZ) und einer multifunktionalen Sporthalle (MFH) werden wichtige Bausteine in der Innenstadtentwicklung Gummersbachs.
Nach der Standortauswahl, der Prüfung der Machbarkeit und dem Aufzeigen von möglichen Realisierungswegen lag die Kernaufgabe in der Einbindung der Projekte in das städtebauliche Gesamtkonzept. Insbesondere vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten stellte die architektonische Qualität bei der multifunktionalen Sport- und Veranstaltungshalle eine besondere Herausforderung dar. Die Bewältigung dieser Aufgabe ist hier durch sorgfältige Qualifizierungsprozesse und dem Zusammenwirken aller Beteiligten gelungen.
Neben den privaten Bauten werden in direkter Nachbarschaft wichtige Infrastrukturprojekte bis 2015 umgesetzt. Die verkehrliche Erreichbarkeit des Steinmüllergeländes wird ab Sommer 2012 Zug um Zug deutlich verbessert. Dies betrifft sowohl die individuelle Erreichbarkeit per Pkw, als auch die Erreichbarkeit mit Bus und Bahn. Die Ringstraße wird in Zukunft den vorhandenen Verkehrshalbring in Gummersbach schließen. Der Bau des nächsten Teilstücks vom Kreisverkehr an der FH Köln, Campus Gummersbach, unter der Bahnlinie her bis zum heutigen Busbahnhof beginnt im August 2012. Auch der Wohnungsbau auf dem Ackermann-Areal und die Umgestaltungen in der Innenstadt werden ab diesem Herbst realisiert. Man sieht, dass die Entwicklungen im gesamten Stadtumbaugebiet mit unverändert hoher Intensität weitergehen.

Rückblickend betrachtet lässt sich aus der Entwicklung des Steinmüllergeländes vom Sorgenkind der Stadt zum Impulsgeber der gesamten Innenstadt-entwicklung einiges für zukünftige Planungsaufgaben ableiten. Dies vor allem durch die Erkenntnis, dass gemeinsames Planen und Handeln viel ändern kann. Neue Sichten auf die vorhandenen, bislang vielleicht verborgenen innerstädtischen Qualitäten werden gewonnen. Hier kann auch der Schlüssel für die weitere Entwicklung der Gesamtstadt liegen. Die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels, des demografischen Wandels und die auf allen Ebenen angespannte Haushaltslage stellen neue Anforderungen an die Stadtentwicklung sowie an den Erhalt und kostendeckenden Betrieb städtischer Infrastrukturen.
Die demografischen Tendenzen lassen sich mit dem Satz: „Wir werden älter,
wir werden bunter, aber auch weniger“ für Gummersbach prägnant zusammenfassen. Diese Änderungen in der Bevölkerungsstruktur bedingen neue Ideen zur Sicherstellung der Infrastruktur; neue Formen der Versorgung und des Handels müssen erprobt werden.
Mehr als bisher wird es darauf ankommen, die ortstypischen Merkmale und spezifischen Qualitäten und Talente der einzelnen Ortsteile zu profilieren und zu kommunizieren. Diesen notwendigen Wandlungsprozess, inklusive der Risiken, gilt es gemeinsam mit den Akteuren vor Ort aktiv zu gestalten. Parallel dazu liegt im verstärkten Trend „Zurück in die Innenstadt“ eine der großen Herausforderungen der Zukunft für Gummersbach. Gerade der gemeinschaftliche Stadtumbau der Innenstadt zu einem attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort bleibt eine wesentliche Zukunftsaufgabe der Stadtentwicklung.
Die Bewältigung solch tiefgreifender Veränderungen der Gesamtstadt geht nicht von heute auf morgen: Strategische Entwicklungsziele für die kommenden 15 Jahre müssen definiert, Handlungsschwerpunkte der Stadtentwicklung gebildet werden. Im verstärkten engeren Zusammenwirken von öffentlicher Hand und Privaten liegt die Zukunft von erfolgreichen Projektentwicklungen und in der Bewältigung der anstehenden Zukunftsaufgaben.

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