Ein Einkaufszentrum auf dem steinmüllergelände

Der Rat der Stadt Gummersbach hat in seiner Sitzung am 17.06.2008 beschlossen, ein europaweites Verfahren zur Ausschreibung des Verkaufes eines ca. 30.000 qm großen Grundstücks des Steinmüllergeländes zur Errichtung eines innerstädtischen Einkaufszentrums (Shopping-Centers) mit einer Verkaufsfläche von 15.000 qm durchzuführen.

Nach der Veröffentlichung und europaweiten Bekanntmachung des Ausschreibungstextes zur Planung und Errichtung eines innerstädtischen Einkaufszentrums auf dem ehemaligen Steinmüllerareal (2008/S119158145) sind die Teilnahmeanträge mittlerweile bei der Entwicklungsgesellschaft Gummersbach mbH eingegangen und werden momentan formal auf Vollständigkeit geprüft.

Mit diesen Teilnahmeanträgen bekunden die Bieter ihr Interesse am Erwerb des Grundstückes im Bahnbogen auf dem Steinmüllergelände. Ferner sollen die Bieter in dieser ersten Stufe ihre Leistungsfähigkeit zur Planung und Errichtung eines innerstädtischen Einkaufszentrums anhand von Referenzobjekten darlegen, sowie ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen.

Aufforderung zur Angebotsabgabe

Nach der formalen Prüfung und Auswertung der eingegangenen Teilnahmeanträgen hat der Rat der Stadt Gummersbach in seiner Sitzung am 17.12.2008 beschlossen, fünf qualifizierte Bieter zur Abgabe eines Angebotes aufzufordern. Erst in diesem zweiten Verfahrensschritt werden von den Bietern konkrete Planungen zur Errichtung eines Einkaufszentrums und Aussagen zur Realisierbarkeit einer Multifunktionshalle erwartet.

Gespräche mit Investoren

Aktuell liegen drei Angebote von Investoren zum Bau des geplanten Einkaufszentrums und einer Multifunktionshalle auf dem Steinmüllergelände vor.

In der Ausschreibung gefordert waren im Wesentlichen das Einkaufszentrum, die Multifunktionshalle und ein umfangreiches Stellplatzangebot für das Gesamtgelände.

Da die wirtschaftlichen Vorstellungen des Auslobers und der Investoren zu verschiedenen Aspekten der Ausschreibung noch erheblich auseinander liegen, soll in den kommenden Wochen in Aufklärungsgesprächen mit den Bietern Klarheit hinsichtlich der Finanzierung gebracht werden: Dabei werden die Erwartungen der Stadt Gummersbach nochmals deutlich formuliert und die Konzepte von den Investoren erläutert.
Von diesen Gesprächen hängt das weitere Vorgehen im Hinblick auf das Vergabeverfahren ab.

Sachstand 09.02.2011

In der Sitzung des Rates der Stadt Gummersbach am 09.02.2011 informierte Bürgermeister Frank Helmenstein über den aktuellen Stand in Sachen »Einkaufszentrum«. Hier die Erklärung im Wortlaut:

"Im Hinblick auf das Ausschreibungsverfahren  EKZ-Steinmüllergelände hat der Rat der Stadt im Mai 2010 die  Entscheidung getroffen, die verbliebenen drei Bieter unter modifizierten  Bedingungen zur Abgabe eines neuen Angebotes aufzufordern.
Alle drei Bieter haben zum Stichtag 2.9.2010 ein Angebot abgegeben.  Eine Prüfung ergab jedoch, dass keines der Angebote die  Mindestbedingungen in wirtschaftlicher Hinsicht erfüllte und dass die  Bieter erhebliche Gegenforderungen oder Vorbehalte machten.
Daraufhin hat die Stadt Gummersbach nochmals die Angebotsbedingungen in wirtschaftlicher Hinsicht modifiziert. Die Gelegenheit zur  Überarbeitung ihrer Angebote haben die Bieter "Entwicklungsgesellschaft Forum Gummersbach mbH" und "Concepta Projektentwicklungsgesellschaft  GmbH" genutzt und fristgerecht zum 10.12.2010 abgegeben. Der dritte Bieter dagegen hat sein letztes Angebot unverändert aufrecht erhalten. Er hat dann einen angebotenen Gesprächstermin abgelehnt, da dazu aus seiner Sicht derzeit kein Bedarf bestehe.
Die von den verbliebenen Bietern angebotenen städtebaulich/architektonischen Entwürfe sind vielversprechend. Schon unter diesen Gesichtspunkten kann ich Ihnen versichern, dass sich die  lange Verfahrensdauer gelohnt hat.
Die beiden neuen Angebote erfüllen grundsätzlich die Angebotsbedingungen. Hierzu hat die Stadt bereits Verhandlungsgespräche  geführt.
Verhandelt werden zurzeit neben den Details der Architektur und technischer Lösungen der Bahnquerung Kampstraße insbesondere die  Bedingungen des Kaufvertrages. Hier gibt es eine Reihe von Punkten, über die noch keine Einigkeit erzielt wurde. Bei den Verhandlungen legen wir  besonderen Wert darauf, dass die öffentlichen Interessen bei der  Durchführung des Vorhabens hinreichend gewahrt werden. Das gilt vor  allem für die Verträglichkeit des Einkaufszentrums mit dem bereits vorhandenen Einzelhandel und die Anbindung an die Innenstadt.
Ungeachtet des fortgeschrittenen Verhandlungsverfahrens  dürfen wir jedoch auf der Zielgeraden nicht das "Kleingedruckte" der vorzubereitenden Verträge übersehen: Gründlichkeit geht hier vor Schnelligkeit! Wir müssen im Rahmen der abschließend bevorstehenden  Bietergespräche sicherstellen, dass über den Tag der Vertragsunterzeichnung hinaus die Interessen der Stadt Gummersbach nachhaltig gewahrt werden."

Vergabeentscheidung durch den Rat am 4.5.2011

In der Sitzung am 04.05.2011 hat der Rat der Stadt Gummersbach der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) aus Hamburg den Zuschlag zum Bau des Centers erteilt.

Auf 15.000 Quadratmetern wird sich den Kunden ein breites hochwertiges Sortiment u. a. aus den Bereichen Bekleidung,  Elektro, Lebensmittel, Drogerie und Gastronomie präsentieren. Außerdem werden 1.500 Stellplätze geschaffen, von denen rund 600 schwerpunktmäßig für das Shoppingcenter und weitere 900 für Betriebe und  Einrichtungen auf dem Steinmüllergelände (z.B. Halle 32, geplante  Multifunktionsarena etc.) vorgesehen sind, bewirtschaftet werden sie  durch die Stadtwerke.


Die Anbindung des Einkaufszentrums an die bestehende Fußgängerzone erfolgt über die Kampstraße, die als öffentlicher Weg durch eine Unterführung unter der Bahnlinie bis zur Steinmüllerallee  fortgesetzt wird. Klinker und Cortenstahl werden die Fassaden des neuen Komplexes dominieren.